In jeder engeren Beziehung gibt es Asymmetrien. Der Begriff Augenhöhe ist nicht geeignet, diese zu eleminieren, sondern unterbindet eine ehrliche Auseinandersetzung mit diesen. Deswegen kritisiere ich ihn.
Die "Geführte Partnerschaft" setzt hingegen auf eine ehrliche Diskussion, wie ich nachfolgend zeige.
In jeder engeren Beziehung gibt es Asymmetrien. Der Begriff Augenhöhe ist nicht geeignet, diese zu eleminieren, sondern unterbindet eine ehrliche Auseinandersetzung mit diesen. Deswegen kritisiere ich ihn.
Die "Geführte Partnerschaft" setzt hingegen auf eine ehrliche Diskussion, wie ich nachfolgend zeige.
Ein zentrales Anliegen meines Buches und von mir ist eine gesunde Partnerschaft. Dies wird an vielen Stellen thematisiert. Außerdem widmet sich Kapitel 6 ausschließlich diesem Thema. Diesem ist die nachfolgende Tabelle entnommen. Da ich bereits vor der Veröffentlichung meines Werkes wiederholt auf den nachfolgenden Kriterienkatalog angesprochen wurde, habe ich die Tabelle (ohne erklärende Fußnoten) in diese Seite mit aufgenommen.
Die Fragen sind primär für eine moderne asymmetrische Beziehung gedacht, für eine Partnerin, die Erfüllung darin findet, sich bewusst hinzugeben und führen zu lassen. Es geht dabei nicht um klassische traditionelle Rollenbilder ("Mann verdient das Geld, Frau macht den Haushalt"), sondern um kompetenzbasierte Führung und echte Verantwortungsübernahme.
Wenn tiefes Vertrauen statt starrer Hierarchie die Grundlage bildet, kann diese Dynamik auch Raum schaffen, intensivere Elemente wie Domestic Discipline oder Bodymodification verantwortungsvoll und für beide erfüllend zu leben.
| Grund der Beziehung | freier Wille – Wünsche und Erwartungen sind transparent | äußerer Zwang: wirtschaftlich, gesellschaftlich, religiös … |
| individuelle Freiheit | eigenes Bankkonto sowie Freizeit außerhalb der Beziehung | durch den Partner überwacht |
| Werthaltung gegenüber Arbeit | Erwerbsarbeit, Kindererziehung, Hausarbeit und Pflege gelten als etwa gleichwertig | Die Erwerbsarbeit eines Partners ist eindeutig die „wertvolle“ |
| Aufgabenteilung | wohldefiniert, im Konsens, nach objektiven Kriterien | allgemeine Pseudobegründungen: historisch, religiös, biologisch |
| Aufgabenwechsel | Für den Notfall beherrschen beide die wesentlichen Arbeiten | nicht vorgesehen oder nicht ausreichend vorbereitet |
| klare Entscheidungsbereiche | konsensuelle Absprachen, wer was entscheidet und was gemeinsam entschieden wird | diffus oder realitätsfern, oder Entscheidungshoheit in Bereichen, in denen die Kompetenz fehlt |
| Führung einschließlich Verantwortungsübernahme | im Konsens festgelegt, klare Zuständigkeiten und Befugnisse, Führung als eine gleichwertige Aufgabe, begründend, nicht manipulierend | kein Führungsverhalten oder Hierarchie ohne echte Führung und Verantwortungsübernahme, Entscheidungen werden hart durchgesetzt |
| Hierarchiekompetenz | es werden nur Führungsaufgaben übernommen, bei denen Kompetenz vorhanden ist | Überforderung mit der Führungsaufgabe, keine Unterstützung z. B. durch das soziale Umfeld |
| geführt werden / Rechtetausch | lediglich auf eigenen Wunsch und widerruflich Rechtetausch, nicht Entrechtung | Abhängigkeit, Hilflosigkeit, Angst vor dem Partner, Umdeutung von Widerstand in Fehlverhalten |
| Kontrolle und Vertrauen | primär vertrauensvoll, Kontrolle bloß um Führungsaufgaben / Verantwortungsbereiche zu erfüllen | Misstrauen, überbordende Kontrolle oder Kontrolle im Rahmen der Führungsaufgabe erfolgt nicht |
| Feedback | regelmäßig und fair | nicht real vorhanden |
| Innere Transparenz / Ehrlichkeit | Wesentliche lebensrelevante Informationen werden wechselseitig geteilt | Eingeschränkt, fehlend oder einseitig. Heimlichtuerei oder Geheimniskrämerei |
| Umgang mit Fehlverhalten oder Grenzüberschreitungen | offene Aussprache und im Konsens vereinbarte Konsequenzen | keine oder nicht im Konsens vereinbarte Konsequenzen, Konsequenzen sind nicht angemessen/verhältnismäßig |
| Umgang mit Beziehungsproblemen | aktive Arbeit daran, gegebenenfalls mit Unterstützung externer Hilfe | unter den Tisch kehren, bagatellisieren, leugnen, aber auch überdramatisieren |
| Äußere Transparenz | Es gibt ein stabiles soziales Umfeld, das die wesentlichen Beziehungspunkte kennt und in dem offen gesprochen werden kann | Heimlichtuerei. Unterordnung oder Praktiken wie BDSM werden versteckt – kein Kontakt zu Gleichgesinnten |
| Sozialkontakte | beide Partner haben ihre eigenen Sozialkontakte | die Sozialkontakte eines Partners werden unterbunden |
| Eifersucht | keine oder in einem gesunden Maß | übermäßig oder krankhaft |
| Körperlichkeit | sämtliche Formen von Körperkontakt erfolgen im (Meta-)Konsens | Übergriffigkeit, Misshandlung |
| Sexuelle Bedürfnisse | werden beidseitig erfüllt, Basis ist offene Kommunikation | nur einseitig, Grenzen werden nicht respektiert, Tabuisierung |
| Sexualverhalten außerhalb der Beziehung | Konsens ist vorhanden; faire Regelungen werden wechselseitig eingehalten | Es besteht kein Konsens; Vereinbarungen werden nicht eingehalten oder sind einseitig geregelt |
| Safeword / Vetorecht | Vorhanden in Bereichen, wo dies gemäß SSC vorhanden sein sollte | nicht vorhanden, wird nicht eingesetzt oder wird ignoriert |
| Emotionalität | Bedürfnisse auf Nähe, Wärme und Vertraulichkeit werden wechselseitig erfüllt | Druckmittel, Liebesentzug, Schuld. Nähe wird als Leistung dargestellt, die verdient werden muss |
| Einflussnahme | transparent | Manipulation, Gaslighting („Das bildest du dir ein“) |
| Wertschätzung und Respekt | Vorhanden, Regeln werden nur im Konsens geändert | Einseitig oder nicht vorhanden |
| Wachstum und Ziele | Partnerschaft um gemeinsam zu wachsen | Starrheit, ein Partner wird klein gehalten |
| Exitstrategie | Bei Trennung eigene Selbstständigkeit gegeben, wirtschaftlich abgesichert | Trennungsoption nicht geregelt oder verboten, wirtschaftliches Nichts für eine Person |