Rupert Späth:

Kriterien für eine gesunde Partnerschaft

Wann ist eine Beziehung gesund?

Ein zentrales Anliegen meines Buches und von mir ist eine gesunde Partnerschaft. Dies wird an vielen Stellen thematisiert. Außerdem widmet sich Kapitel 6 ausschließlich diesem Thema. Diesem ist die nachfolgende Tabelle entnommen. Da ich bereits vor der Veröffentlichung meines Werkes wiederholt auf den nachfolgenden Kriterienkatalog angesprochen wurde, habe ich die Tabelle (ohne erklärende Fußnoten) in diese Seite mit aufgenommen.

Die Fragen sind primär für eine moderne asymmetrische Beziehung gedacht, für eine Partnerin, die Erfüllung darin findet, sich bewusst hinzugeben und führen zu lassen. Es geht dabei nicht um klassische traditionelle Rollenbilder ("Mann verdient das Geld, Frau macht den Haushalt"), sondern um kompetenzbasierte Führung und echte Verantwortungsübernahme.

Wenn tiefes Vertrauen statt starrer Hierarchie die Grundlage bildet, kann diese Dynamik auch Raum schaffen, intensivere Elemente wie Domestic Discipline oder Bodymodification verantwortungsvoll und für beide erfüllend zu leben.


gesund problematisch
Grund der Beziehung freier Wille – Wünsche und Erwartungen sind transparent äußerer Zwang: wirtschaftlich, gesellschaftlich, religiös …
individuelle Freiheit eigenes Bankkonto sowie Freizeit außerhalb der Beziehung durch den Partner überwacht
Werthaltung gegenüber Arbeit Erwerbsarbeit, Kindererziehung, Hausarbeit und Pflege gelten als etwa gleichwertig Die Erwerbsarbeit eines Partners ist eindeutig die „wertvolle“
Aufgabenteilung wohldefiniert, im Konsens, nach objektiven Kriterien allgemeine Pseudobegründungen: historisch, religiös, biologisch
Aufgabenwechsel Für den Notfall beherrschen beide die wesentlichen Arbeiten nicht vorgesehen oder nicht ausreichend vorbereitet
klare Entscheidungsbereiche konsensuelle Absprachen, wer was entscheidet und was gemeinsam entschieden wird diffus oder realitätsfern, oder Entscheidungshoheit in Bereichen, in denen die Kompetenz fehlt
Führung einschließlich Verantwortungsübernahme im Konsens festgelegt, klare Zuständigkeiten und Befugnisse, Führung als eine gleichwertige Aufgabe, begründend, nicht manipulierend kein Führungsverhalten oder Hierarchie ohne echte Führung und Verantwortungsübernahme, Entscheidungen werden hart durchgesetzt
Hierarchiekompetenz es werden nur Führungsaufgaben übernommen, bei denen Kompetenz vorhanden ist Überforderung mit der Führungsaufgabe, keine Unterstützung z. B. durch das soziale Umfeld
geführt werden / Rechtetausch lediglich auf eigenen Wunsch und widerruflich Rechtetausch, nicht Entrechtung Abhängigkeit, Hilflosigkeit, Angst vor dem Partner, Umdeutung von Widerstand in Fehlverhalten
Kontrolle und Vertrauen primär vertrauensvoll, Kontrolle bloß um Führungsaufgaben / Verantwortungsbereiche zu erfüllen Misstrauen, überbordende Kontrolle oder Kontrolle im Rahmen der Führungsaufgabe erfolgt nicht
Feedback regelmäßig und fair nicht real vorhanden
Innere Transparenz / Ehrlichkeit Wesentliche lebensrelevante Informationen werden wechselseitig geteilt Eingeschränkt, fehlend oder einseitig. Heimlichtuerei oder Geheimniskrämerei
Umgang mit Fehlverhalten oder Grenzüberschreitungen offene Aussprache und im Konsens vereinbarte Konsequenzen keine oder nicht im Konsens vereinbarte Konsequenzen, Konsequenzen sind nicht angemessen/verhältnismäßig
Umgang mit Beziehungsproblemen aktive Arbeit daran, gegebenenfalls mit Unterstützung externer Hilfe unter den Tisch kehren, bagatellisieren, leugnen, aber auch überdramatisieren
Äußere Transparenz Es gibt ein stabiles soziales Umfeld, das die wesentlichen Beziehungspunkte kennt und in dem offen gesprochen werden kann Heimlichtuerei. Unterordnung oder Praktiken wie BDSM werden versteckt – kein Kontakt zu Gleichgesinnten
Sozialkontakte beide Partner haben ihre eigenen Sozialkontakte die Sozialkontakte eines Partners werden unterbunden
Eifersucht keine oder in einem gesunden Maß übermäßig oder krankhaft
Körperlichkeit sämtliche Formen von Körperkontakt erfolgen im (Meta-)Konsens Übergriffigkeit, Misshandlung
Sexuelle Bedürfnisse werden beidseitig erfüllt, Basis ist offene Kommunikation nur einseitig, Grenzen werden nicht respektiert, Tabuisierung
Sexualverhalten außerhalb der Beziehung Konsens ist vorhanden; faire Regelungen werden wechselseitig eingehalten Es besteht kein Konsens; Vereinbarungen werden nicht eingehalten oder sind einseitig geregelt
Safeword / Vetorecht Vorhanden in Bereichen, wo dies gemäß SSC vorhanden sein sollte nicht vorhanden, wird nicht eingesetzt oder wird ignoriert
Emotionalität Bedürfnisse auf Nähe, Wärme und Vertraulichkeit werden wechselseitig erfüllt Druckmittel, Liebesentzug, Schuld. Nähe wird als Leistung dargestellt, die verdient werden muss
Einflussnahme transparent Manipulation, Gaslighting („Das bildest du dir ein“)
Wertschätzung und Respekt Vorhanden, Regeln werden nur im Konsens geändert Einseitig oder nicht vorhanden
Wachstum und Ziele Partnerschaft um gemeinsam zu wachsen Starrheit, ein Partner wird klein gehalten
Exitstrategie Bei Trennung eigene Selbstständigkeit gegeben, wirtschaftlich abgesichert Trennungsoption nicht geregelt oder verboten, wirtschaftliches Nichts für eine Person